Grasse

File 164Die Stadt der Rosen
Grasse, im Hinterland von Cannes, ist eine angenehme und wohlriechende Abwechslung zum Strandzirkus der Côte d´Azur. Rosen, Nachthyazinthen und Jasim verführen einen im Himmel der Düfte.
Im Mittelalter war noch das Gegenteil der Fall: die Stadt war das Zentrum der Gerberei und es war besser, wenn man nicht über ein empfindliches Riechorgan verfügte. Dies änderte sich plötzlich, als es am Hofe „in“ war, parfümierte Handschuhe zu tragen – der Aufstieg zur Stadt der Düfte begann.

Heute bedient Grasse den globalen Markt mit ätherischen Ölen, Essenzen, Eau de Toilette und Parfums. Wenn Sie sich für dieses seltene Handwerk interessieren, besuchen Sie unbedingt das Museé International de la Parfumerie oder finden Sie ihre eigene Kopf-, Herz- und Grundnote und kreieren Sie ihr eigenes Parfum. Zu Ehren der Duftköniginnen findet einmal im Jahr die „Expo Rose“ statt und das Jasminfest.
Gewundene Gässchen, hohe Steinhäuser aus dem Mittelalter, zugemauerte Fenster (ab 1798 gab es eine „Fenstersteuer“!), verleihen der Stadt ein geheimnisvolles Flair. Besonders beeindruckend ist die Kathedrale Notre-Dame du Puy. Die romanische Basilika stammt aus dem 12. Jahrhundert und sieht von außen eher unscheinbar aus. Umso überraschter sind die Besucher, wenn sie die Basilika betreten: Kreuzrippengewölbe, Spitzbögen, geschwungene Giebel und Bilder von Rubens und Fragonard verschlagen einem den Atem.
Mit der Dämmerung wird die Stadt neu belebt: in den Gassen der Altstadt pulsiert das Leben. Das Zentrum ist der Place aux Aires. Trinken Sie ein Glas Wein und beobachten Sie einfach das bunte Treiben. Das orientalische Flair wird Sie begeistern!
Spricht man von Grasse, gibt es natürlich eine besondere Urlaubslektüre zu empfehlen:
„Das Parfum – die Geschichte eines Mörders“ von Patrick Süßkind. Die Geschichte handelt vom absoluten Riechen, dem perfekten Parfum und der unbewussten Wirkung der Düfte auf das Verhalten der Menschen, was in einer orgiastischen Tragödie endet. Auch wenn Sie es schon gelesen haben oder die Verfilmung von Tom Tykwer kennen: egal! Lesen Sie das Buch ein zweites Mal. Grasse belebt die eigene Nase und man erlebt das Buch auf eine ganz andere Art und Weise.