Nizza

File 198Scheinbar konnten sich schon die Cromagnon Menschen vor 25.000 Jahren für die Engelsbucht begeistern, wie die Knochenfunde am Burgberg beweisen. Was jedoch die jüngere Geschichte angeht, hat die Hauptstadt des Departements Alpes-Maritimes eine bewegende Geschichte hinter sich. Zuerst von den Griechen besiedelt, übernahmen 150 v.Chr. die Römer das Regiment, nachdem sie die Griechen bei einem Überfall der Ligurer unterstützten. Überreste aus dieser Zeit, wie ein Amphitheater und eine Therme, finden sie in Stadtteil Cimiez, dem ehemals römischen Cemelenum.

Das italienische Flair kommt nicht von ungefähr: Viele Jahre war Nizza Spielball zwischen Frankreich und Italien bzw. Savoyen. Endgültig französisch wurde die Stadt erst 1860. Nizza wurde zum Nummer 1-Urlaubsort für die britische „Upper-Class“ und ihre Queen Victoria, die russischen Zaren und Adelige aus ganz Europa. Nach den Weltkriegen und wirtschaftlichen Einbrüchen ist Nizza heute die beliebteste Stadt nach Paris und viel mehr als nur ein langweiliger „Touri-Ort“.
Die fünftgrößte Stadt Frankreichs hat einiges zu bieten. Egal, ob Kunst, Kultur, Sport oder Nachtleben, Nizza begeistert durch seine außergewöhnliche Vielfalt und trägt doch so manche Überraschung in sich. So wird der Karneval hier zum Beispiel groß geschrieben. Die Stadt befindet sich zwei Wochen im Ausnahmezustand. Die Promenade des Anglais mit ihren Jugendstilhäusern wird zur Partymeile und versinkt im Blumenmeer. Wer genug gefeiert hat, muss sich abkühlen und kann sich dem traditionellen Karnevals-Schwimmen anschließen, aber bitte nüchtern! Wenn in der Alstadt jemand lässig in der Badehose an ihnen vorbeischlurft, wundern Sie sich nicht: der Badestrand ist nur einen Steinwurf von der Altstadt entfernt.
In Nizza verschmelzen Gegensätze. Sowohl die Altstadt mit ihren kleinen Gässchen und Märkten, Cafés und ursprünglichen Restaurants, als auch die elegante Neustadt oder der Jachthafen mit seinen Luxuslinern, führen einem die Vielseitigkeit der Stadt vor Augen. Besondere Aufmerksamkeit verdient der Stadtteil Cimiez auf dem Mont Gros nord-westlich der Altstadt. Hier findet zwischen Olivenhainen und römischen Ruinen alljährlich das weltberühmte Jazz-Festival statt. Ein grandioser Blick über die Altstadt entschädigt Sie für den etwas anstrengenden Aufstieg.

Kunstliebhabern empfiehlt sich noch ein Besuch im Matisse Museum. Von hier aus können Sie auch auf den Spuren von Henri Matisse die Stadt erkunden, der an vielen Plätzen Nizzas gelebt und gemalt hat, und in dessen Bildern sich das Blau des Meeres und die Lebendigkeit der Stadt widerspiegeln. Nizza war seine große Liebe, die er nie mehr verlassen hat. Vielleicht können Sie seine Worte nachfühlen: „When I realized I would see that light every morning, I could not believe my happiness”.